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Lokalnachrichten

3,6 Millionen Überstunden allein im Kreis Warendorf

Symbolbild

Die Beschäftigten im Kreis Warendorf haben im vergangenen Jahr rund 3,6 Millionen Überstunden geleistet - davon mehr als die Hälfte ohne Bezahlung. Diese Zahlen präsentiert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) im Münsterland und beruft sich dabei auf den „Arbeitszeit-Monitor“ des Pestel-Instituts, erstellt aus Daten der Bundesagentur für Arbeit.

Besonders bezieht sich die Gewerkschaft auf die Arbeit in Hotels und Gaststätten im Kreis. Hier leisteten Köche, Kellnerinnen oder Barkeeper in 2024 rund 38.000 Überstunden. Die Gewerkschaft warnt angesichts dessen vor den Plänen der Bundesregierung, die Arbeitszeit neu zu regeln: die Abschaffung der wöchentlichen Höchstarbeitszeit und des 8-Stunden-Tags sind im Gespräch. Dann könnten Betriebe ihre Beschäftigte nach europäischem Recht zu 73,5-Stunden-Wochen verdonnern, so die NGG.

Ans Abfeiern der Überstunden sei dann angesichts des Fachkräftemangels nicht mehr zu denken. Zudem steige die Gefahr von Arbeitsunfällen rasant.  Es entstehe eine gesundheitsschädliche Dauerbelastung für Körper und Psyche, und auch die Vereinbarkeit von Familie und Berufe leide. 

Helge Adolphs von der NGG Münsterland appelliert daher an die Bundestagsabgeordneten aus dem Kreis Warendorf und der Region, dem „Herumschrauben am Arbeitszeitgesetz in Berlin einen Riegel vorzuschieben“. Schon jetzt seien flexible Arbeitszeiten im Rahmen des Arbeitszeitgesetzes und durch Tarifverträge, die die NGG abgeschlossen habe, für viele Beschäftigte Alltag. „Noch mehr Flexibilität ist gar nicht nötig“, so Adolphs.