B64n - Gegner lassen nicht locker / Demo geplant
Bei einer Pressekonferenz am Donnerstags-Mittag (14.8.) in Warendorf ging es um die Ablehnung der Ausbauplanungen der B64n und B51 (Münster-Telgte, 4-spurig), die Eröffnung des Planfeststellungsverfahrens für die Ortsumfahrung Warendorf sowie die Demonstration in Warendorf am 23. August mit Anfahrt per Rad über die B51/B64 von Telgte sowie aus Beelen und Herzebrock-Clarholz.
Signale nach Berlin
Noch im Juli haben sich die Bürgermeister der Anrainer-Kommunen an den neuen Bundesverkehrsminister Schnieder gewandt und den gemeinsamen Appell der Gemeinden Herzebrock-Clarholz und Beelen sowie der Städte Warendorf, Telgte und Münster erneuert.
Die Bürgerinnen und Bürger in Herzebrock-Clarholz haben sich in einer offiziellen Bürgerbefragung bei einer hohen Wahlbeteiligung von 57 Prozent mit großer Mehrheit von 70 Prozent gegen die B 64n-Planungen ausgesprochen.
Die Planungen zum Ausbau der B51 und zum Neubau der B64n Ortsumfahrungen (2+1 Fahrspuren) schreiten gegen den erklärten politischen Willen hier vor Ort voran. Das kritisieren zahlreiche Bürgerinitiativen. In Herzebrock-Clarholz hat Ende vergangenen Jahres bereits die Auslegung im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens der Ortsumfahrung Herzebrock-Clarholz stattgefunden.
Unmut über die derzeitige Situation
Bei den Bürgerinitiativen herrscht eine Menge Frust vor, Ärger über Machtlosigkeit. Bei aller Macht der Argumente fühlen sie die Argumente der Macht.
Sie wollen am 23. August ein kraftvolles Zeichen setzen: gegen einen überdimensionierten Ausbau der B64, mit großen Auffahrten und fast 500 ha Flächenverlust zwischen Münster und Herzebrock-Clarholz.
Die Landwirte sind zornig heißt es aus der Landwirtschaft, vor allem auf die heimischen CDU-Bundestagsabgeordneten Rehbaum und Brinkhaus. Die könnten doch das Projekt in Berlin stoppen.
Beim Pressetermin betonte ein Vertreter der Landwirte (“Geduld zu Ende”), es drohen 110 ha Flächenverbrauch allein im Bereich Warendorf durch einen Neubau der B64n in seinen geplanten Dimensionen. Dazu benötige es ein neues Wegenetz für landwirtschaftliche Fahrzeuge, denn die dürften nicht auf eine neugebaute Schnellstraße. Zudem mache man sich Sorgen um kleinere Betriebe. Zum Teil seien Höfe oder Nutzflächen überplant worden.
Was soll am 23. August bei der Demo passieren:
Eine Sternfahrt mit rund 400 Radfahrerinnen und Radfahrer. Erwarten werden auch 70-80 Traktoren. Die B64 werde in Abstimmung mit der Polizei zweitweise einspurig gesperrt.
Die Hauptkundgebung ist dann 15-16 Uhr in Warendorf auf dem Lohwall. Man sei „kraftvoll und zornig“. Der Hauptwunsch: eine ganz neue Planung für das Straßenprojekt. In kleineren Dimensionen.
Bundesverkehrswegeplan und seine Folgen
Das Planfeststellungsverfahren für die Ortsumfahrung Warendorf wurde - auf Weisung des ehemaligen Bundesverkehrsministers Wissing als eine seiner letzten Amtshandlungen - durch das Land NRW in diesem Frühjahr gestartet. Die Auslage der Planfeststellungsunterlagen steht noch bevor.
Das alles geschieht gegen den ausdrücklichen Willen sämtlicher Städte und Gemeinden entlang der geplanten Ostmünsterland-Verbindung, heißt es von den Gegnern.
Politische Signale der Stadt- und Gemeinderäte
Sämtliche Stadt- und Gemeinderäte der Anrainer-Kommunen von Münster über Telgte, Warendorf und Beelen bis nach Herzebrock-Clarholz haben sich ausdrücklich gegen den geplanten Ausbau ausgesprochen. Die Ratsbeschlüsse in Warendorf und Beelen sind am 10. Juli 2025 sogar noch verschärft worden.
Die Bürgermeister der betroffenen Kommunen, haben sich vor diesem Hintergrund gemeinsam an den damaligen Bundesverkehrsminister Volker Wissing gewandt, damit der Bund von den B51-/B64n-Planungen, wie sie im Bundesverkehrswegeplan 2030 vorgesehen sind, absieht und im regionalen Konsens eine gemeinsame Lösung sucht. Hierzu haben Sie weder eine Rückantwort noch eine Eingangsbestätigung erhalten.
Schon länger scheint der „Schwarze Peter" der Zuständigkeit für die Entscheidung über das weitere Vorgehen in Sachen B51/B64n zwischen Berlin und Düsseldorf hin und her geschoben zu werden, während die Planungen für das Projekt unvermindert fortlaufen.
Polizei schreibt vorab zur Demo und ihren Auswirkungen:
Am Samstag, 23.8.2025 findet eine Versammlung unter dem Thema ""Demonstration G4+2 gegen B64n anlässlich der Einleitung des Planfeststellungsverfahrens um Warendorf" statt.
Die Polizei führte mit den Veranstaltern nach den Versammlungsanzeigen Kooperationsgespräche durch, in denen es insbesondere um die Verkehrssituation auf der B 64 ging. Dort wird es aus Richtung Herzebrock und aus Richtung Münster-Handorf zu Verkehrsbeeinträchtigungen kommen. Die zwei Aufzüge, die als Kolonnen fahren, werden durch polizeiliche Kräfte begleitet. Die Trecker fahren vorweg, die Fahrradfahrer schließen sich dahinter an.
Folgender Ablauf ist geplant:
- 12.00 Uhr Start des Aufzugs vom Gartencenter in Münster-Handorf
- 13.00 Uhr Start des Aufzugs vom Rathaus Herzebrock
- 15.00 Uhr Beginn der Hauptversammlung in Warendorf, Unterer Lohwall
Aufzug Münster:
Aus Richtung Münster werden sich geschätzt ein Trecker, ein Auto und 100 bis 150 Fahrräder über die B 51 auf den Weg nach Telgte machen. Auf dem Alexianerparkplatz (Orkotten) schließen sich etwa 30 Fahrradfahrer an. Danach führt der Aufzug innerorts (Orkotten, Steinstraße, Warendorfer Straße) auf die B 64. Von dort geht es bis zur Gaststätte Allendorf, wo geschätzt 25 Trecker und 20 Fahrradfahrer zu der Versammlung stoßen. In Warendorf führt der Aufzug über die Andreasstraße, Milter Straße und die Straße Wiesengrund auf den Lohwall.
Aufzug Herzebrock:
Vom Rathaus Herzebrock starten etwa fünf Trecker und 20 Fahrradfahrer, die über die B 64 nach Clarholz fahren. In Clarholz geht es über die Straße Heitkamp und Schulstraße zur Wilbrandschule, wo sich weitere Versammlungsteilnehmer (circa zehn Trecker, 30 Fahrradfahrer) anschließen. Der Aufzug führt über die Holzhofstraße zurück auf die B 64 bis nach Beelen. Dort sammeln sich etwa 15 Trecker, die sich aus Richtung der Straße Axtbach der Demonstration anschließen. Ab der Beelener Kirche ergänzen Fahrradfahrer (etwa 50) den Aufzug. In Vohren werden voraussichtlich noch 20 Trecker dazu kommen. Dann geht es über die B 64 weiter bis nach Warendorf. Über die Andreasstraße, Milter Straße und die Straße Wiesengrund auf den Lohwall.
Die Hauptversammlung findet ab 15.00 Uhr auf dem Unteren Lohwall statt. Dort sind mehrere Redebeiträge geplant, die gegen 16.00 Uhr enden. Die Rückreise der Versammlungsteilnehmer erfolgt individuell.
Fahrzeugführer, die am Samstagnachmittag (23.8.2025, zwischen 12.00 Uhr und 15.00 Uhr) die B 64 befahren, müssen mit entsprechenden Verkehrsbeeinträchtigungen rechnen. Es wird empfohlen, die Bundesstraße während dieses Zeitraums zu umfahren.
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