Timmendorfer Strand | In Ostsee gestrandeter Wal - gelingt heute die Befreiung?
Gestrandeter Wal
Timmendorfer Strand (dpa) - Zwischenzeitlich sah es für den vor Timmendorfer Strand festsitzenden Buckelwal schon gut aus. Am Ende hätten am Abend nur noch wenige Meter bis ins tiefere Wasser gefehlt, sagte der Bürgermeister von Timmendorfer Strand, Sven Partheil-Böhnke. Wird der Wal es heute schaffen, sich zu befreien?
Der Buckelwal war Montagmorgen auf einer Sandbank entdeckt worden. Am Dienstag war ein Rettungsversuch mit einem kleinen Saugbagger gescheitert.
Eigentlich sollten die Rettungsversuche am Donnerstag bereits bei Sonnenuntergang eingestellt werden, doch dann begann sich das tonnenschwere Tier doch noch zu bewegen. Die Aktion war wegen der Dunkelheit schließlich aber zu gefährlich. Deshalb beendete Partheil-Böhnke die Versuche. Gleich am frühen Morgen sollen sie weitergehen.
Meter um Meter hatte sich der Wal am Abend durch die Rinne gekämpft, die ein Schwimmbagger ausgehoben hatte. Auch ein größerer Bagger konnte schließlich von Land aus eingreifen, nachdem ein Damm aufgeschüttet worden war, um das schwere Gerät in Reichweite zu bringen.
Das Tier zeigte sich aktiver als in den Tagen zuvor. Die Helfer versuchten es am Abend auch mit Lärm zu animieren - durch Hupen, Trommeln oder Rufen. Auch das Tier selbst gab immer wieder lautes Brummen von sich.
«Er hat tatsächlich wirklich Bock»
«Er hat tatsächlich wirklich Bock, und die Motivation ist da», hatte der Biologe und Youtuber Robert Marc Lehmann gesagt. Im Neoprenanzug war er im flachen Wasser stehend auf Tuchfühlung mit dem Wal gegangen, auch um ihn zu beruhigen, wie er sagte.
Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther kündigte bei einem Ortsbesuch am Donnerstag für den Fall der Fälle schon einmal Geleit durch Boote an. Der CDU-Politiker sagte die Hilfe des Landes zu, wie ein dpa-Reporter vor Ort berichtete. Damit soll verhindert werden, dass er wieder strandet.
Nicht heimisch in der Ostsee
Warum der Wal vor Niendorf aufgetaucht war, ist bislang unklar. Stephanie Groß vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) hatte gesagt, vielleicht sei das Tier krank oder verletzt, vielleicht auch nur erschöpft gewesen. Es könne aber auch sein, dass der Wal einfach durch einen unglücklichen Zufall in diesem Flachwasserbereich gelandet sei.
Nach Angaben der Meeresschutzorganisation Sea Shepherd handelt es sich bei dem Tier wahrscheinlich um den Wal, der bereits zuvor wiederholt auch vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns gesichtet worden war und Anfang März durch sein Auftauchen im Hafen von Wismar Aufsehen erregt hatte.
Großwale wie Buckelwale sind in der Ostsee nicht heimisch. Sie könnten demnach auf der Suche nach Nahrung Fischschwärmen folgen und in der Ostsee landen. Auch Unterwasserlärm könnte laut Experten eine Rolle spielen.
© dpa-infocom, dpa:260327-930-873088/1
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