Osnabrück | Zucker zu Sucht: «Stehe nicht morgens zitternd vorm Spiegel»
Sänger spricht über Alkohol
Osnabrück (dpa) - Schlagersänger Ben Zucker hat über sein Suchtproblem gesprochen und den gesellschaftlichen Umgang mit Alkohol kritisiert. Der 42-Jährige sagte der «Neuen Osnabrücker Zeitung», dass es Phasen gebe, in denen er sehr auf den Job fokussiert sei und nicht trinke. «Von den fast neun Jahren meiner Karriere habe ich ja auch vier Jahre nicht getrunken», sagte Zucker, der im vergangenen Sommer öffentlich gemacht hatte, dass er alkoholkrank sei.
«Die Menschen denken, jemand, der ein Alkoholproblem hat, müsste morgens vorm Discounter stehen und sich in die Hosen machen. Aber das ist nicht so», sagte Zucker der Zeitung. Dies habe mit der Realität vieler Betroffener wenig zu tun. «Ich stehe nicht morgens zitternd vorm Spiegel und denke: "Scheiße, was mache ich jetzt?"»
Zucker: Verzicht auf Alkohol häufig erklärungsbedürftig
Zucker kritisierte darüber hinaus, dass der Verzicht auf Alkohol häufig erklärungsbedürftig sei. «Wenn du als Mann nicht trinkst, heißt es, man hätte den Führerschein verloren. Trinken Frauen nicht, kommt schnell das Gerücht auf, dass sie schwanger sind», sagte der Musiker der Zeitung. Das vermittle den Eindruck, man müsse Abstinenz rechtfertigen.
© dpa-infocom, dpa:260130-930-619624/1
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