Berlin | Auf Mondmission im Film: «Houston, wir haben ein Problem»
Zur Mondmission «Artemis 2»
Berlin (dpa) - «Houston, wir haben ein Problem»: Das ist einer der bekanntesten Sätze der Filmbranche. Ein Zitat für die kinematographische Ewigkeit. Es stammt aus dem Hollywood-Blockbuster «Apollo 13» mit Oscar-Preisträger Tom Hanks. Doch dahinter steckt wahres Raumfahrt-Drama. Am 14. April 1970 funkte Astronaut Jack Swigert an Bord der Mission Apollo 13: «Houston, wir hatten ein Problem hier.»
Der Mond, die Raumfahrt – immer wiederkehrende Motive für den Film. Nun wagt die Menschheit sich erneut in der Realität in Richtung Erdtrabant: Bei der Mission «Artemis 2» sollen die US-Astronauten Christina Koch, Victor Glover und Reid Wiseman sowie ihr kanadischer Kollege Jeremy Hansen den Mond umrunden (frühstmöglicher Starttermin 1. April Ortszeit, 2. April dt. Zeit). Ein Anlass für die besten Mond-Filme auf Streamingportalen:
Das Drama mit wahrem Hintergrund: «Apollo 13»
Rund ein Vierteljahrhundert nach den wahren Ereignissen im All von 1970 nahm sich Star-Regisseur Ron Howard den Stoff vor. Die Crew an Bord von «Apollo 13» befand sich nach der Explosion eines Sauerstofftanks in höchster Lebensgefahr. Teile des Raumschiffs waren schwer beschädigt.
Statt auf dem Mond zu landen, flogen die Astronauten um den Raumfahrt-Sehnsuchtsort herum und direkt zurück zur Erde. Bis über 400.000 Kilometer hatten sie sich vom blauen Planeten entfernt.
Jim Lovell, gespielt von Tom Hanks, Fred Haise (Bill Paxton) und John Swigert (Kevin Bacon) erleben dramatische Stunde in der Enge, auf dem Boden bangen Millionen Menschen mit ihnen und um sie. Der Ausgang der Mission ist bekannt - das echte Trio überlebte und landete im Pazifischen Ozean. Dennoch schuf Howard ein spannungsgeladenes Stück mit über 140 Minuten, garniert durch die Besetzung. (Streamingdienste: Joyn, vielfach bei anderen Diensten leihbar ab 3.99 Euro)
Science-Fiction aus dem Jahr 1902: «Die Reise zum Mond»
Ein knapp 16-minütiges Stuck-Kino-Zeitgeschichte: 1902 schuf Georges Méliès einen der ersten Science-Fiction-Filme. Der Franzose spielte selbst mit, schrieb das Buch und führte Regie. Die Raumfahrer tragen Zylinder und Kurzmäntel, per Riesenkanone werden sie in einer Raumkapsel zum Mond geschossen. Dort angekommen, treffen sie auf Mondbewohner – und werden prompt verhaftet. Ihnen gelingt aber die Flucht, in der Heimat werden sie gefeiert.
Frankreichs Nationales Zentrum für Film und bewegte Bilder bezeichnet «Die Reise zum Mond» als «revolutionäres Werk. Der ehemalige Zauberkünstler Georges Méliès, der als Erfinder der Spezialeffekte gilt, setzt in diesem Film eine breite Palette an Tricktechniken ein, obwohl der Film weniger als zehn Jahre nach der Erfindung des Kinos erschien». Drei Monate wurden gedreht, beteiligt waren Schauspieler, Balletttänzerinnen des Théâtre du Châtelet und Akrobaten der Folies Bergères. (Streamingdienste: youtube.com, Amazon Prime Video, jeweils kostenlos)
Eine Variante zum Lachen: «To the Moon»
Diesmal eine Komödie, gar eine ironische Alternativ-Version eines wichtigen geschichtlichen Ereignisses: Beim fiktiven Film «To the Moon» mit den Hollywoodstars Scarlett Johansson und Channing Tatum steht die Apollo-11-Mission im Mittelpunkt. In ihrer Rolle als Kelly Jones soll Johannson das Image der NASA aufhübschen – auf Geheiß der Regierung.
Um ein Scheitern der bemannten Mondlandung zumindest für die Öffentlichkeit auf jeden Fall zu verhindern, wird die Ankunft parallel zum Ereignis im Weltraum auch in einem Studio auf der Erde inszeniert - der Streifen ist also auch etwas für Verschwörungstheoretiker.
Dabei trifft die gewiefte PR-Spezialistin auf Cole Davis, gespielt von Tatum. Die Romanze mit dem pflichtbewusst-ehrlichen Chef der Startvorbereitung am Kennedy Space Center beginnt und das Unwohlsein bei Kelly angesichts der geplanten Täuschung wächst. (Streamingdienste: Bei Apple TV im Abo enthalten, bei weiteren kaufbar)
Filmbiografie über die Raumfahrer-Ikone: «Aufbruch zum Mond»
Am 20. Juli 1969 schrieb Neil Armstrong Geschichte. Der US-Astronaut betrat als erster Mensch den Mond. Der Film mit Ryan Gosling in der Rolle des Raumfahrers zeigt Armstrongs Jahre bis zur Mondlandung. Der lange Weg bis zum legendären Satz: «That’s one small step for (a) man, one giant leap for mankind.» («Das ist ein kleiner Schritt für (einen) Menschen, ein riesiger für die Menschheit»).
Angetrieben wird Neil Armstrong vor allem auch durch den schrecklichen frühen Tod seiner Tochter mit nur zwei Jahren. Der Film beschreibt dabei die Entbehrungen und Konflikte, die der ehemalige Testpilot in den Jahren von 1961 bis 1969 durchlebt. «Das ist keine normale Reise, Neil», sagt einmal seine Frau im Film mit zittriger Stimme, «keine Fahrt zur Arbeit». Und der Sohn fragt: «Kommst Du auch bestimmt wieder?»
Das Drehbuch zum Film basiert auf der autorisierten Biografie über Neil Armstrong («First Man») von James R. Hansen. (Streamingdienste: Bei MagentaTV im Abo enthalten; vielfach leihbar ab 2.99 Euro)
Die Dokumentation: «Apollo 11»
50 Jahre nach der ersten Mondlandung werden bis dato nicht bekannte Originalaufnahmen der NASA des historischen Tages gezeigt. Dazu standen 11.000 Stunden Audiomaterial zur Verfügung. All das macht das 1:33 Stunden lange Werk von Regisseur Todd Douglas Miller zum großen realen Erlebnis-Kino.
«"Apollo 11" ist ein cooler, detailgetreuer und zuweilen fesselnder Dokumentarfilm, der den Flug von Apollo 11 anhand von Rohmaterial aus den Archiven der NASA in seiner Gesamtheit nachzeichnet», schrieb das US-Magazin «Variety» mal über den Film. Der britische «Guardian» verlieh dem Werk fünf Sterne. (Streamingdienste: bei vielen Diensten ab 2.99 Euro bzw. 3.99 Euro leihbar)
© dpa-infocom, dpa:260331-930-888608/1
weitere Nachrichten
Schlagzeilen
Polizeibericht
Beckum. Autofahrer stand unter Betäubungsmitteleinfluss
Polizeibericht
Ahlen. Einbruch in Postfiliale
Lokalnachrichten