Berlin | «Der große Wagen»: Solange die Sterne leuchten
TV-Ausblick
Berlin (dpa) - Eine kleine Familie betreibt ein winziges Marionettentheater - beides gerät durch den Tod des Vaters in einige Turbulenzen. Davon erzählt der Film «Der große Wagen» (Originaltitel: «Le Grand Chariot»). Er ist an diesem Montag um 22.45 Uhr auf Arte zu sehen.
In der Familie im Film wird viel geredet und diskutiert, auch über früher. Dazu trägt auch Großmutter (Francine Bergé) bei, die beim Bau der Handpuppen, die von ihren Enkelkindern bedient werden, hilft. Großmutter erzählt, dass sie von ihren Eltern enterbt wurde, als sie einen Gaukler kennenlernte und obendrein aus der Kirche austrat.
Geschwister ohne Eltern
Louis (Louis Garrel) und Martha (Esther Garrel) scheinen etwas Rebellisches von ihrer Großmutter mit auf den Weg bekommen zu haben. Denn sie gehen auf Demos, steigen über Barrikaden, werden festgenommen und wieder freigelassen. Die jüngste Schwester Lena (Lena Garrel) wird von Albträumen geplagt - kurz nach ihrer Geburt war ihre Mutter verstorben.
Vater Simon (Aurélien Recoing) ist das Oberhaupt dieser turbulenten Familie und der Leiter des kleinen Puppentheaters. Während einer Vorführung bricht Simon zusammen und mit ihm der Kasper - alle Kinder müssen den Raum verlassen. Simon kommt ins Krankenhaus, wo er bald darauf stirbt. Die geplante Tournee wird abgesagt.
Auch im echten Leben eine Familie
Autor und Regisseur Philippe Garrel (77, «Das Salz der Tränen») hat in seinem Film - betitelt mit dem Sternbild - zum ersten Mal alle drei seiner Kinder untergebracht. Die Hauptfiguren haben dadurch einen ungewöhnlich vertrauten Umgang miteinander. Das Puppenspiel im Film hat zudem eine tiefergehende Bedeutung, denn es spiegelt die Familienbeziehungen wider, insbesondere mit dem Stück «Kaspers Beerdigung».
Alle Schauspieler agieren gut, vor allem Louis Garrel, (42, «Saint-Exupéry - Die Geschichte vor dem kleinen Prinzen»), der in diesem Film einen Puppenspieler gibt, der nun endlich den Sprung als ernster Schauspieler auf die große Theaterbühne versuchen wird. Derweil möchten seine Schwestern im Film das Lebenswerk ihres verstorbenen Vaters fortführen.
Neben der einfühlsam erzählten Familiengeschichte nimmt auch der kleine Theaterbetrieb großen Raum ein, der mit viel Liebe und Engagement am Laufen gehalten wird - solange die Sterne des großen Wagens zu leuchten vermögen.
© dpa-infocom, dpa:260216-930-692526/1
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