Das EUDI Wallet
25.08.2025
- Der European Digital Identity Wallet (kurz EUDI Wallet) soll unser Smartphone zur digitalen Brieftasche machen.
- Personalausweis, Führerschein und Krankenkassenkarte werden u.a. in der EUDI Wallet gespeichert und können europaweit genutzt werden.
- Die EUDIWallet soll ein europäisch nutzbarer, digitaler Identitätsnachweis werden und gilt als Meilenstein für Europas digitale Souveränität.
„Die Umstellung von physischen Dokumenten auf digitale Ausweise ist eine der wichtigsten Veränderungen in der Identitätsgeschichte. Diese Entwicklung erfordert, dass ID-Unternehmen die Möglichkeiten der digitalen Verifizierung anpassen, erneuern und neu erfinden.“ Die digitale Identitäts-Wallet der EU: Ein Leitfaden für Anfänger von Truvera by Dock Labs
Das Smartphone als digitale Brieftasche
Das Ziel klingt praktisch wie gewaltig – die EUDI Wallet soll ein europaweit funktionierender Identitätsnachweis werden. Unser Smartphone wird dabei zu unserer digitalen Brieftasche: Mit der Wallet-App können wir uns zukünftig - so der Plan – u.a. europaweit ausweisen, Bankkonten eröffnen, Verträge unterschreiben, Gesundheitsdienste nutzen, digital bezahlen, Steuererklärungen abgeben oder Autos mieten. (Die EU hat die Anwendungsoptionen auf dieser Seite zusammengefasst) Statt mehrerer Karten in unserer „analogen Brieftasche“ sollen diese „physischen Dokumente“ mit der Wallet-App überflüssig werden. Dafür werden alle unsere Daten in der EUDI Wallet auf dem Smartphone gespeichert. Eine spezielle Sicherung soll die persönliche Nutzung garantieren und verhindern, dass Unberechtigte die Wallet-App nutzen können, wenn das Smartphone z.B. verloren wird.
Der EUDI Wallet-Zeitplan
Erste Gedanken für eine europaweit einheitliche digitale Identität entstanden schon in den 2000er Jahren. Die Covid-Pandemie gab den entscheidenden Schub und 2021 kam es zum Vorschlag für eine digitale Identitätsbörse für die EU und ihre rund 400 Millionen EU-Bürgerinnen und -Bürger. Bis Sommer 2026 soll jetzt jeder EU-Mitgliedsstaat eine digitale Brieftasche national entwickeln und anbieten, mit Beginn 2027 soll die EUDI Wallet zur Verfügung stehen. In Deutschland wird das Projekt von der Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIND) und weiteren Organisationen wie z.B. das Fraunhofer Institut umgesetzt. Mit öffentlichen Veranstaltungen soll die Entwicklung transparent begleitet werden. So ist die nächste Open Online Consultation #23 für den 4. September terminiert. Die Informationen zu dieser Veranstaltung wie weiteren geplanten Terminen finden Interessierte auf der EUDI Projekt-Website des Bundesinnenministeriums.
Große Sicherheits-Herausforderungen
„Da das Wallet über einen zentralen Verwaltungs-Server und damit an einer potentiell angreifbaren Stelle die zentrale Steuerung bündelt, sind die Anforderungen an IT- und Datensicherheit besonders hoch,“ schreibt die Verbraucherzentrale auf einer Erklärungsseite zur EUDI Wallet. Und darüber scheint auch der Zeitplan ins Wanken zu kommen. Schon im letzten Jahr gab es laut Netzpolitik.org erhebliche Bedenken an den bisherigen Sicherheitsplanungen. Die Bundesregierung hatte daraufhin - zusammen mit Frankreich, Spanien und den Niederlanden - eigene Entwürfe an die EU-Kommission geschickt mit einem „stärkeren Fokus auf Sicherheit, Privatsphäre und Interoperabilität“. Zudem bestehen auch erhebliche rechtliche Herausforderungen: Die Rechtslage für digitale Identitäten variiert in den EU Mitglieds-Staaten, so das erst einmal gemeinsame Standards und Vorschriften entwickelt werden müssen.
Alterscheck mit EUDI-Wallet
Ein Mindestalter für die Social Media-Nutzung wird in Deutschland gerade heftig diskutiert. So hat die Gelehrtengesellschaft der Leopoldina vor wenigen Tagen in einem Diskussionspapier auf die Gefahren von Social Media-Plattformen für Kinder und Jugendliche hingewiesen. Sie empfehlen ein Mindestalter für die Nutzung von 13 Jahren sowie eine begleitete und durch die Eltern kontrollierte Nutzung zwischen 13 und 15 Jahren. Dafür fordern die Expertinnen und Experten „eine zuverlässige, sichere und datenschutzfreundliche technische Lösung zur Altersverifikation.“ Und genau die könnte die EUDI Wallet bieten. Die deutsche Telekom entwickelt gerade zusammen mit Syctáles – einem schwedischen Anbieter für digitale Identitäten – einen anonymen Alters-Check auf Basis der EUDI Wallet. Erste Prototypen sollen laut der Nachrichten-Webiste heise online noch in diesem Sommer vorgestellt und dann in drei EU-Mitgliedsstaaten getestet werden.
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