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Wie sich die Google-Suche durch Chatten mit KI ändert

13. Oktober 2025

  • Google hat seinen neuen KI-Modus weltweit freigeschaltet.
  • Der neue Chatbot beantwortet die Fragen der Nutzenden in einer zusammenhängenden, strukturierten Antwort - die Liste weiterführender Links entfällt.
  • Nutzende finden den neuen KI-Modus als eigeneständigen Tab neben Optionen wie „Alles“, „Bilder“ und „Nachrichten“ unterhalb des Suchfeldes. 

„Mit seinem neuen „KI Modus“ wird Google endgültig von der Such- zur Antwortmaschine. Diese wird viele Inhalteanbieter vernichten. Und uns eigenständiges Denken und Handeln abgewöhnen.“ Michael Hanfeld, Medienredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in „Alles Google oder was?“

Wenn Google Dir antwortet

Künstliche Intelligenz hatte Google schon im Mai in Deutschland in die Suche integriert. Die „AI Overviews“ bzw. „Übersicht mit KI“ liefern seither eine zusammenhängende Antwort auf die Fragen der Nutzenden. Die KI-generierten Antworten werden dabei oberhalb der weiterführenden Links und Werbung platziert. Mit dem jetzt neu frei geschalteten KI-Modus hat Google eine neue Antwortwelt geschaffen. Google-Nutzerende haben über einen eigenen Tab Zugriff auf den Chatbot. Dieser beantwortet ihre Fragen und liefert eine komplett ausformulierte, ausführliche und strukturierte Antwort. Die Informationen generiert der Chatbot selbstständig aus dem Internet. Die verwendeten Webquellen werden zum Teil neben der Antwort angezeigt. Die klassische Liste mit weiterführenden Links entfällt allerdings im KI-Modus komplett. „Der KI-Modus ist besonders hilfreich bei explorativen Fragen und komplizierten Aufgaben wie der Planung einer Reise oder dem Verstehen von komplexen Anleitungen,“ schreibt Google in seinem Blogtext zum Release der neuen Funktion.

Frage einsprechen oder Bild hochladen

Der neue KI-Modus ist multimodal. Nutzende können ihre Fragen also nicht nur klassisch eintippen, sondern sie können diese auch einsprechen oder ein Bild hochladen. Der KI-Modus soll besonders gut für komplexere Fragen geeignet sein, die sonst mehrere Suchdurchläufe benötigt hätten. Das erläuterte Hema Budaraju, Vizepräsident bei Google, bei der Einführung des "AI Mode" in Großbritannien. Im Gegensatz zur „Übersicht mit KI“ können die Nutzenden im KI-Modus dann auch mit dem Chatbot im weiteren Verlauf diskutieren, wie sie es vielleicht schon von Chatbots wie ChatGPT oder Perplexity kennen. Der Vorteil von Googles KI-Modus: Der unbegrenzte Zugriff auf aktuelle Informationen und das im bekannten Google-Design. Für die Antworten nutzt Google eine eigene Variante seines KI-Chatbots Gemini Pro 2.5. Dieser soll besonders effizient arbeiten und so ermöglichen – wie Google schreibt -, dass „eine Frage in Unterthemen aufgeteilt und eine Vielzahl von Anfragen gleichzeitig gestellt werden. (…) Es finden sich so beeindruckend relevante Inhalte passend zu eurer Suchanfrage.“ 

Verlässlichkeit und Quellenangaben

Das Problem der komplett KI-generierten Antworten sehen Fachleute unter anderem laut tagesschau.de auf zwei Ebenen: Zum einen entscheide ein Algorithmus, welche Informationen bzw. Websites für die Antwort relevant und nötig seien. Der Nutzende kann nur bedingt sehen, welche Quellen genutzt würden und demzufolge auch nicht einschätzen, ob es verlässliche Quellen sind. Bedenklich ist in diesem Zusammenhang, dass KI häufig Inhalte nutzt, die selbst von einer KI erzeugt wurden. Das Tech-Magazin t3n schreibt dazu: „Das könnte einer Echokammer von recycelten Ideen und Vorurteilen weiteren Vorschub leisten.“ Zum anderen können die KI-generierten Antworten auch Fehler enthalten. Google selbst weist auf diese Gefahr hin. Halluzinationen werden diese falschen, von der KI erfundenen Antworten genannt. Sie sind von den Nutzenden nicht zu erkennen. Fachleute empfehlen deswegen, den KI-generierten Antworten nicht blind zu vertrauen und sie regelmäßig gegenzuchecken.

Ein Albtraum für News-Seiten

„In den USA ist die Reichweite vieler Nachrichtenseiten bereits eingebrochen. Bei Portalen wie Business Insider sackte der Google-Traffic massiv ab. Es folgte eine Entlassungswelle.“ Dieses Szenario beschreibt das Wirtschaftsmagazin Handelsblatt. Hintergrund ist der Trend zur Zero-Click-Suche. Dabei verlässt sich der Nutzende bei seiner Suche auf die KI-generierte Antwort. Eine weitere Recherche entfällt, weiterführende Links zu anderen Websites wie zum Beispiel die von Nachrichten- oder Serviceportalen werden nicht mehr angeklickt. Die Folge sind sinkende Reichweiten und damit auch sinkende Werbeeinnahmen. Laut dem Handelsblatt würde die Zahl der Zero-Click-Suchen ständig steigen, Portale würden in der Folge schon „teils Millionen an Zugriffen“ verlieren.  


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