Instagram verschärft Inhalte-Regeln für Teens
20. Oktober 2025
- Instagram hat seine Jugendschutz-Richtlinien verschärft und die Inhalte für Jugendliche unter 18 Jahren stark eingeschränkt.
- Die neuen Regeln orientieren sich an den Alters-Freigaben für Filme und sind standardmäßig eingestellt.
- Der verschärfte Jugendschutz gilt zunächst für die USA, Kanada, Australien und Großbritannien, im ersten Halbjahr sollen die Funktionen auch in Deutschland und Europa ausgerollt werden.
„Ich hoffe, dass dieses Update Eltern etwas Ruhe gibt, während wir daran arbeiten, Teenager*innen standardmäßig sichere, altersgerechte Inhalte auf Instagram zu zeigen.“Instagram-Chef Adam Mosseri auf seinem eigenen Instagram-Kanal zu den neuen Jugendschutzänderungen
Jugendschutz wie im Kino
„PG 13“ (Parental Guidance = Elterliche Anleitung) heißt eine amerikanische Filmfreigabe. Die Einstufung zeigt an, dass ein Film für Kinder unter 13 Jahren möglicherweise ungeeignet ist, weil er z.B. Gewalt, Drogenkonsum oder Nacktszenen realistisch darstellt. Diese „PG 13“-Begrenzung gilt ab sofort auch für Inhalte in den Teen-Konten auf Instagram. Teen-Konten sind spezielle Nutzerkonten für Teenager, die Instagram im Dezember 2024 eingeführt hatte. Die neuen Einschränkungen für Teens gelten zum Auftakt in den USA, Kanada, Australien und Großbritannien. Voraussichtlich im Frühjahr 2026 sollen die neuen Begrenzungen auch für Teen-Konten in Deutschland und Europa eingeführt werden. Dabei will sich Instagram dann an der FSK 12 orientieren. Diese „Freiwillige Selbstkontrolle der Filmindustrie“ in Deutschland entspricht in etwa der amerikanischen PG 13. Die neuen Regeln sollen laut Instagram, „Eltern mehr Kontrolle darüber geben, was ihr Teenager auf Instagram sieht.“
Gegen Kraftausdrücke und riskante Inhalte
Die jetzt eingeführten Jugendschutz-Richtlinien gehen noch weiter: Instagram will neben der Orientierung an PG 13-Inhalten auch u.a. die Sprache einschränken. So werden Kraftausdrücke zukünftig für Teens nicht mehr angezeigt. Ähnliche Einschränkungen gelten auch für „bestimmte riskante Stunts“ und die Darstellung von Drogenutensilien. Zudem schreibt Instagram in seinem Blogbeitrag, dass Konten für Jugendliche gesperrt werden, die regelmäßig entsprechend alters-unangemessene Inhalte zeigen. Sollten Jugendliche solchen Konten schon folgen, werden sie ab sofort deren Inhalte nicht mehr sehen und auch nicht mehr mit ihnen chatten können. 2026 will Instagram die Regelungen auch auf KI-generierte Gespräche ausweiten. Allerdings räumt Instagram-Chef Adam Mosseri in einem Reel zu den neuen Funktionen ein, dass die Filter nicht direkt hundertprozentig „arbeiten würden“: „In einem Film ab 13 Jahren können Jugendliche noch selten, aber gelegentlich Schimpfwörter oder anzügliche Momente sehen. Insgesamt ist dies aber eine wesentliche Änderung unserer Inhaltsrichtlinien für Jugendliche, und wir werden diese im Laufe der Zeit weiter verbessern.“
Erste Erfolge und weitere Einschränkungen
Instagram folgt mit den neuen Teen-Beschränkungen nach eigene Angaben den Wünschen von Eltern weltweit: „Wir haben über 3 Millionen Inhaltsbewertungen von Eltern erhalten und dieses Feedback bei der Verfeinerung unserer altersgerechten Richtlinien berücksichtigt,“ schreibt der Konzern zu den neuen Funktionen. Zudem kündigte er weitere, noch strengere Einschränkungen an. „Begrenzte Inhalte“ soll die kommende Einstellung heißen. Allerdings ist unklar, wie genau die neue Funktion wirken soll. Instagram schreibt nur, dass sie „noch mehr Inhalte aus dem Teen Account-Erlebnis filtern“ wird. Gleichzeitig erläutert die Plattform, dass die bisherigen Änderungen für Teens auch schon gewirkt hätten. Laut einer internen Instagram-Umfrage unter Eltern in den USA und Großbritannien wären „weniger als 2 % der Beiträge von den meisten Eltern als unangemessen für Jugendliche angesehen worden“.
Mitreden bitte
Instagram will Eltern auch zukünftig bei der Entwicklung der Plattform einbeziehen. Auf der Website zur Einführung der neuen Regelungen für Teen-Konten heißt es: „Wir haben das Feedback der Eltern berücksichtigt, als wir diese Änderungen entwickelt haben, und wir geben den Eltern Möglichkeiten, uns weiterhin Feedback zu geben, damit wir Verbesserungen vornehmen können.“ Mit regelmäßigen Umfragen soll dieses Ziel erreicht werden. Lisa Hegemann vermutet in der Online-Ausgabe von Die Zeit einen Zusammenhang zwischen den neuen Regelungen und einem förmlichen Verfahren der EU gegen Meta, dem Konzern hinter Instagram, Meta und WhatsApp. In dem seit 2024 anhängigen Verfahren geht es u.a. darum, ob Instagram ausreichend aktiv sei, Jugendliche vor ungeeigneten Inhalten zu schützen. Die neuen Funktionen wirkten wie eine „erste Antwort“ auf die europäischen Forderungen. Generell bilanziert sie die bisher wirkenden wie angekündigten Maßnahmen zum Schutz von Jugendlichen aber auch schon als „recht bemerkenswert.“
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