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PayPal unter Druck

01.09.2025

  • Beim US-Dienstleister PayPal ist es nach Medienangaben zu einem Ausfall von Sicherheitssystemen gekommen.
  • Verschiedene Banken haben in der Folge Lastschriften in zweistelliger Milliarden-Höhe vorübergehend gestoppt.
  • Die Verbraucherzentrale empfiehlt in den kommenden Tagen das PayPal-Konto und das eigene Konto zu überprüfen, um möglicherweise „fehlerhafte Überprüfungen“ schnell zu erkennen.

„Es ist in den vergangenen Tagen zu Vorfällen mittels unberechtigter Lastschriften von PayPal gegenüber verschiedenen Kreditinstituten gekommen. Diese Vorfälle hatten erhebliche Auswirkungen auf den Zahlungsverkehr in ganz Europa und insbesondere auch in Deutschland.“ Pressemitteilung der Finanzgruppe Deutscher Sparkassen und Giro-Verband

Erst ein Leak dann ein ausgefallenes Sicherheitssystem

Der amerikanische Online-Bezahldienst PayPal ist in Deutschland sehr beliebt. Rund 30 Millionen Menschen nutzen die unkomplizierte Art und Weise, Geld online zu überweisen. Doch die letzten Wochen waren für den amerikanischen Online-Bezahldienst schwierige Zeiten: Erst wurde bekannt, dass 15,8 Millionen Zugangsdaten von Kundenkonten im Darknet zum Verkauf angeboten wurden. Allerdings stellte sich später heraus, dass die Daten wohl aus alten Datendiebstählen stammten. Wenige Tage später fielen - wie die Süddeutsche Zeitung zuerst berichtete - wichtige Sicherungssysteme bei PayPal aus. Viele deutsche Banken stoppten deswegen Lastschrift-Zahlungen in zweistelliger Milliardenhöhe. „Bei PayPal kam es zu einer vorübergehenden Störung. Wir haben die Ursache schnell identifiziert und behoben,“ schreibt PayPal auf einer Serviceseite. Allerdings berichtet die Bild-Zeitung von vereinzelt weiter bestehenden Zahlungsproblemen mit PayPal.

Was tun nach Datenleck?

„Gefälschte E-Mails im Namen von PayPal könnten versuchen, zusätzliche Zugangsdaten zu ergaunern,“ warnt die Verbraucherzentrale. Sie empfiehlt besonders zwei Reaktionen. Zum einen sollten wir unser Passwort bei PayPal erneuern. Dabei betonen die Verbraucherschützer, das neue Passwort sollte stark (mindestens 8 Zeichen besser 12, unterschiedliche Zeichenarten wie Buchstaben, Zahlen, Sonderzeichen) sein. Ebenso wichtig – ein einmaliges Passwort: Ein Passwort für mehrere Konten birgt die Gefahr, dass Betrüger mit einmal geleakten Zugangsdaten dann doppelten Schaden anrichten können. Zum anderen empfiehlt die Verbraucherzentrale, die Zweifaktor-Authentifizierung zu aktivieren. Tipps zur Einrichtung und Wirkweise sind auf dieser Serviceseite zusammengefasst.

Was tun nach Zahlungsstopp?

„Grundsätzlich ist PayPal eine sichere Zahlungsmethode und all die Jahre in der Nutzung bislang auch unauffällig gewesen,“ erklärt Dennis-Kenji Kiepker, IT-Experte vom Forschungsinstitut cyberintelligence, gegenüber der Tagesschau. Experten empfehlen aber PayPal-Kunden - besonders jetzt nach dem Ausfall der Sicherheitssysteme -, dass sie unbedingt die Zahlungen auf dem PayPal-Konto wie auch dem verknüpften Girokonto überprüfen sollten. Bei unberechtigten Zahlungen – so die Verbraucherzentrale – sollten Kunden schnell handeln, auch wenn der Kunde meist gut geschützt ist: „Bereits abgebuchte Beträge können Sie sich bis 8 Wochen nach der Kontobelastung von seiner Bank erstatten lassen. Sie müssen dem Lastschrifteinzug gegenüber Ihrer Bank einfach widersprechen.“

Achtung bei Mails von PayPal

Auch wenn der Datenklau nicht so gefährlich war, wie zunächst angenommen, und die Folgen des Ausfalls der Sicherheitssysteme inzwischen weitgehend behoben ist – eine Gefahr bleibt. Betrüger nutzen solche Zeiten der Unsicherheit häufig direkt aus: „Bereits in den letzten Tagen kursierten Massenmails, die angeblich von PayPal stammen und mit der aktuellen Störung begründet werden,“ konstatiert die Verbraucherzentrale. Sie verweist in diesem Zusammenhang auf die Merkmale, mit denen wir echte Mails von PayPal erkennen können: Der Absender der Mail ist service@paypal.de, über dem PayPal-Logo steht unser Name in persönlicher Anrede und es werden ganz konkret „Details zu betroffenen Transaktionen“ benannt. Beinhaltet eine vermeintliche Mail einen Link zu z.B. unserem PayPal-Konto, ist das ein weiterer Hinweis für eine gefälschte Mail. PayPal verschickt keine Links und wir sollten auf keinen Fall diesen Link anklicken. 


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