WhatsApp dank EU kurz vor Öffnung gegenüber anderen Messengern
3. November 2025
- WhatsApp-Nutzende können bald mit Freunden chatten, die andere Messenger-Dienste nutzen.
- Die Öffnung ist die Folge einer Verordnung der Europäischen Union, die die Plattformen zwingt, ihre Abschottung untereinander abzustellen.
- WhatsApp hatte schon im vergangenen Jahr die technischen Voraussetzungen dazu geschaffen, jetzt ist die Funktion in der neuesten Beta-Version integriert.
„Um einem neuen EU-Gesetz, dem Digital Markets Act (DMA), zu entsprechen, das am 7. März in Kraft tritt, haben wir große Änderungen an WhatsApp und Messenger vorgenommen, um die Interoperabilität mit Messaging-Diensten von Drittanbietern zu ermöglichen.“ Dick Brouwer in einem Meta-Ingenieurs-Blog-Beitrag am 6. März 2024
Bahnbrechende Öffnung
Chatten mit Freundinnen und Freunden, die nicht bei WhatsApp sind – das war bislang bei WhatsApp unmöglich – bislang. Denn WhatsApp steht wohl vor einer der größten Veränderung in der Geschichte: Die aktuelle Beta-Version für Android Version 2.25.32.7 beinhaltet die schon lange angekündigte Option, das WhatsApp-Nutzende mit Telegram oder Signal-Usern kommunizieren können ohne WhatsApp zu verlassen. Sie können aus WhatsApp heraus mit den Nutzenden anderer Messenger-Plattformen chatten. Und die 1:1-Chats mit anderen Messenger-Nutzenden sollen noch weiter ausgebaut werden. Laut dem Blog WABetaInfo testet WhatsApp gleich auch eine Erweiterung der neuen Option: „WhatsApp untersucht die Implementierung einer Funktion, mit der Benutzer mit Menschen auf verschiedenen Messaging-Plattformen kommunizieren können, ohne dass mehrere Apps erforderlich sind.“ Dafür sollen die kombinierten Messenger-Chats mit einem speziellen Sicherheitskonzept ausgestattet werden, damit die Messenger-übergreifende Kommunikation ohne Risiko funktioniert.
Der Nutzende hat die Wahl
„Benutzer können ihre eingehenden Nachrichten von Drittanbietern in zwei Modi verwalten: einen kombinierten Posteingang oder einen separaten Posteingang, je nach ihren Wünschen,“ schreibt WABetaInfo. Im Blogtext zu den neuen Funktionen skizziert der Autor die neuen Kontrolloptionen, die Nutzenden mit der Plattform-übergreifenden Kommunikation bekommen. Neben den beiden Verwaltungsmodi soll es zum Start möglich sein, Nachrichten, Fotos, Videos, Sprachnachrichten und Dokumente zu verschicken. Weitere beliebte WhatsApp-Funktionen wie Statusaktualisierungen, Aufkleber und verschwindende Nachrichten werden in den neuen Chatoptionen mit Drittanbietern allerdings erst einmal nicht unterstützt. Allerdings arbeitet WhatsApp wohl daran, auch für die Plattform-übergreifende Kommunikation die gesamte Funktionsbandbreite zu ermöglichen.
Die EU „ist schuld“
Die neuen Funktionen sind die Reaktion auf eine Regelung der Europäischen Union: Der Digital Marketing Act (DMA) fordert von den großen Plattform-Betreibern, sich für andere Dienste zu öffnen und Schnittstellen zu schaffen. „Gatekeeper müssen die kostenlose Interoperabilität ermöglichen“, heißt es dazu im DMA. Das heißt, Nutzenden sollen plattform-übergreifend agieren können, egal ob sie WhatsApp, Signal oder Telegram nutzen. WhatsApp und Co werden dabei von der EU als Gatekeeper eingeschätzt, die Abhängigkeit der Nutzenden von einer dieser Plattformen soll so „aufgebrochen werden“. Laut WABetaInfo wird die geplante Interoperabilität allerdings nur in der EU freigeschaltet: „Diese Einschränkung ist auf die Anforderungen des Gesetzes über digitale Märkte der EU zurückzuführen, das die Interoperabilität zwischen den wichtigsten Messaging-Diensten vorschreibt.“
Klares Timing - Fehlanzeige
Wann genau die neuen Funktionen und die Plattform-übergreifende Kommunikation starten wird, ist allerdings noch unklar. „Ab 2025 soll es auch Gruppenchats und ab 2027 dann auch Sprach- und Videoanrufe geben,“ hatte der Technik-Nachrichten-Blog Caschys Blog schon im September vergangenen Jahres die mögliche Zeitschiene skizziert. Jetzt schreibt WABetaInfo, dass aktuell noch interne Tests und Optimierungen zu den neuen Gruppenchats laufen würden. Nutzende müssen sich also für die Gruppenchats noch gedulden.
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