Worauf Eltern beim Kauf von KI-Spielzeug achten sollten
8. Dezember 2025
- Smart Toys werden Spielsachen genannt, die mit dem Internet verbunden sind. Zunehmend werden diese auch mit KI ausgestattet und können mit den Kindern interagieren.
- Der Markt für intelligentes Spielzeug verzeichnet in Deutschland ein starkes Wachstum, Analysten erwarten bis 2035 eine jährliche Wachstumsrate von bis zu 25 %.
- Smart Toys können einige Gefahren bergen, wenn sie z. B. gefährliche Anleitungen geben oder ungewollt mithören.
„Smartes Spielzeug kann allerdings nicht nur positive Lerneffekte fördern, sondern auch wortwörtlich zum Spion im Kinderzimmer werden. Durch Gesprächsaufzeichnungen, aus denen sich vielfältige Rückschlüsse ziehen lassen, können zum Beispiel regelmäßige Aufenthaltsorte, Gewohnheiten und Interessen des Kindes und anderer Familienmitglieder abgeleitet werden.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) auf der Service-Website: „Smarte Toys: So nutzen Sie smarte Autos, Teddys und Co. sicher“.
Der Eltern-Albtraum
„Der sprechende Plastikroboter lädt ein Kind in ein fremdes Haus ein“ - was wie der Beginn eines Horrorfilms klingt, ist laut Stiftung Warentest ein realistisches Szenario bei Smart Toys mit KI an Bord. Denn häufig verfügen diese Spielzeuge über eine ungesicherte Funkschnittstelle, über die sich Fremde ganz einfach mit dem Roboter verbinden und Anweisungen geben können. Der aktuelle US-Bericht Toyland 2025 listet weitere Gefahren von Spielzeugen mit KI auf, besonders wenn diese Spielzeuge mit einem Sprachmodell arbeiten. Tests hatten in den USA ergeben, dass bestimmte Spielzeuge teilweise mit den Kindern über sexuelle Themen, Drogen oder Gewalt sprachen. Andere lieferten auf Anfrage Hinweise, wo Kinder gefährliche Gegenstände im Haus finden. So verriet eines, dass Messer meist in der Küchenschublade liegen, ein anderes „präsentierte“ eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie die Kinder ein Streichholz anzünden.
Gefährliches Zuhören und Aufnehmen
Die KI-gesteuerten Konversationsspielzeuge müssen den Kindern zuhören, um antworten zu können. Doch dabei gibt es gravierende Unterschiede. Im Test der US-Verbraucherschutzorganisation nutzte eines der Spielzeuge eine sichere Push-to-Talk-Taste. Hier wurde nur aufgezeichnet, wenn kommuniziert werden sollte. Ein anderes hingegen zeichnete alles auf, was in seiner Umgebung gesagt wurde. „Diese Funktion überraschte unsere Forscher anfangs, als das Spielzeug plötzlich unerwartet an einer Unterhaltung in der Nähe teilnahm“, heißt es in dem Testbericht. Noch bedenklicher ist die Gefahr, dass die aufgezeichneten Kinderstimmen genutzt werden, um ein Stimmklon zu entwickeln. Laut dem US-Bericht Toyland 2025 können Betrüger eine solche Stimmkopie nutzen, damit diese „Dinge sagen kann, die das Kind nie gesagt hat. Dies wurde bereits genutzt, um Eltern vorzutäuschen, ihr Kind sei entführt worden.“
Sicherer Kauf und Nutzung
Das Nachrichtenportal für Ingenieure ingenieur.de listet in einem ausführlichen Bericht auf, worauf Eltern schon vor dem Kauf von KI-Spielzeug achten sollten. „Vertrauenswürdiges KI-Spielzeug“ sei demnach unter anderem daran zu erkennen, dass transparent sei, welche Daten wo gespeichert würden. Es habe eine Offline-Funktion und sei nicht ständig online. Und es gäbe eine Möglichkeit der Inhaltekontrolle, sodass „Eltern Dialoge und Funktionen einsehen können“. Bei Zweifeln lautet die klare Expertenempfehlung: „Wenn Transparenz fehlt, sollte das Spielzeug nicht ins Kinderzimmer.“ Ist das Gerät schon gekauft, ist ein Rat der Experten, bei der Eingabe von sensiblen Daten sehr zurückhaltend zu sein. Das betrifft sowohl die eigenen Daten als auch die des Kindes. Zudem sollten die Spielzeuge ausgeschaltet werden, wenn die Kinder nicht damit spielen. Das BSI empfiehlt, zusätzlich immer die angebotenen Updates aufzuspielen. Auch sollten die voreingestellten Codes und Passwörter unbedingt durch eigene Passwörter und/oder PINS ersetzt werden.
CE-Prüfzeichen als Orientierung
Seit August dieses Jahres hat die EU strengere Regeln für unter anderem auch Smart Toys erlassen. Danach dürfen Funkanlagen (und dazu gehört smartes Spielzeug, das mit dem Netz verbunden ist) nur noch verkauft werden, wenn sie mit einem Passwort gesichert werden können. Das anfangs beschriebene Szenario von einem Spielzeugroboter, der Anweisungen von einem Fremden weitergibt, ist dann nicht mehr möglich. Außerdem muss es Erwachsenen möglich sein, ein eigenes Login zu erzeugen, um das Gerät zu steuern. Ob ein Roboter oder anderes Smart Toy diesen verschärften EU-Regeln entspricht, können die Käuferinnen und -Käufer am CE-Zeichen erkennen. Absolute Sicherheit bietet dieses jedoch nicht. Denn der Hersteller eines Produktes prüft eigenständig die Einhaltung dieser Regeln und kann dann das CE-Zeichen anbringen - so die Bundesnetzagentur in einem Faltblatt. Laut Stiftung Warentest sollen aber rund einhundert neue Mitarbeitende zukünftig überprüfen, ob die verschärften EU-Regeln eingehalten werden.
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