Skip to main content

Hüpfende Kaninchen rocken TikTok

4. August 2025

  • Das Video von auf einem Trampolin hüpfenden Kaninchen ist ein Viralhit auf TikTok.
  • Innerhalb weniger Tage verzeichnete es rund 230 Millionen Aufrufe und fast 25 Millionen Likes (Anfang August 2025).
  • TikTok-Nutzende sind begeistert und zugleich vielfach erschrocken: Die vermeintlichen Bilder einen Überwachungskamera sind mit KI entstanden. 

„Ich war total aufgeregt, weil ich ein Trampolin habe und es bei mir auch Kaninchen gibt. Ihr könnt Euch meine Enttäuschung vorstellen, als ich herausfand, dass es sich um KI handelt.

TikTok-Nutzerin @kittieasu kommentiert das Video der hüpfenden Kaninchen

Überraschung aus der Überwachungskamera

„Ich habe gerade die Überwachungskamera des Hauses überprüft und.. Ich glaube, wir haben Gastdarsteller dahinten,“ so schreibt es rachelthecatlovers unter ihrem Video. Auf dem Clip ist ein Trampolin zu sehen, das in einem Garten steht. Auf dem Rand sitzen zunächst sechs Kaninchen. Wie auf ein Kommando bewegen sie sich auf einmal auf die Mitte des Trampolins, um dann mit offensichtlichem Spaß auf dem Trampolin zu hüpfen. Zirpende Insekten sind in dem knapp acht Sekunden langen Clip ebenso zu hören, wie die Sprungfedern des Trampolins. Das kurze Video hat TikTok im Sturm erobert und ist viral gegangen. Die beeindruckenden Zahlen: Innerhalb von nur einer Woche wurde es 227 Millionen abgerufen, fast 25 Millionen Likes haben die Nutzenden hinterlassen und es wurde rund 90.000 mal kommentiert. Auch auf anderen Social Media Plattformen werden die Trampolin hüpfenden Kaninchen millionenfach geteilt. So heimst allein der Post des X-Nutzers greg, der das TikTok-Video auf X geteilt hat, über 12,7 Millionen Views und über 320.000 Likes ein.

TikTokler zwischen Begeisterung und Scham

Die Kommentare der TikTok-Userinnen und User gehen in zwei Richtungen. Zum einen sind sie begeistert, weil die Kaninchen so cute aussehen. Jemand schreibt z.B.: „OMG, das ist das Beste, was ich je gesehen habe." Zum anderen sickert schnell die Erkenntnis durch, dass es sich um ein KI-generiertes Video handelt. jemand anderes kommentiert „Das ist die erste KI, die mich jemals erwischt hat“ und die bekannte Influencerin Olivia Daytona wünscht u.a.: „Bitte sagt mir, dass ich nicht die Einzige gewesen bin, die auf diese KI-Kaninchen hereingefallen ist.“ Manche der Zuschauenden finden es peinlich, dass sie der KI aufgesessen sind. Sie habe das Kaninchen-Video für echt gehalten und ihrer Freundin geschickt, erklärt eine junge Frau in einem Video und sagt: „Leute, ich bin auf die KI hereingefallen und schäme mich ziemlich dafür.“

Ungewollte KI-Magie – Kaninchen verschwindet

Die amerikanische Website Leadstories hat sich auf Faktenchecks spezialisiert. Sie hat die Trampolin hüpfenden Kaninchen geprüft und gleich mehrere Fehler erkannt: „Zum einen verschwindet eines der Häschen einfach. (...) Es verschmilzt einfach mit dem danebenliegenden“ schreiben die Faktenchecker. Zum anderen verändere eine weiteres Kaninchen zum Ende des Clips seine Form. In die gleiche Richtung gehen auch die Erläuterungen des TikTok-Nutzers showtoolsai, der generell beschreibt, wie KI-generierte Videos erkannt werden können. Er geht dabei auch auf den „Überwachungskamera-Moment“ ein, der aktuell bei TikTok herrsche. Denn dem Kaninchen-Clip sind viele Nachahmer-Videos gefolgt. Darin hüpfen Rehe, Hunde, Waschbären, Alligatoren und sogar ein Bär auf einem Trampolin. 

Wenn Fälschung und Wirklichkeit verschmelzen

So lustig das Video der Trampolin hüpfenden Kaninchen ist, so zeigt es auch eine kritische Entwicklung. KI ermöglicht es, mit minimalem Aufwand, gefälschte Realitäten darzustellen. Der Journalist Wulf Rohwedder schreibt in „Das Ende der Wirklichkeit“ auf tagesschau.de von einer „Fakevideo-Flut durch Künstliche Intelligenz“ und weiter:  „Noch sind solche KI-Videos teils schnell zu erkennen - an den typischen Fehlern wie falschen Verkehrsschildern, Beschriftungen und Werbetafeln, anatomischen Fehlern oder Gebäuden, die nur wenig Ähnlichkeit mit denen am vermeintlichen Unglücksort haben.“ Aber das ist wohl nur noch eine Frage der Zeit. Denn er räumt ein, dass es neue Tools wie z.B. Googles Video-KI VEO3 möglich machen, „ohne technische Kenntnisse extrem realistische Videos zu erstellen“. Wenn dann diese Technik nicht auf Trampolin hüpfende Kaninchen trifft, sondern auf Fälschungen realistischer z.b. politischer Szenen, ist der Spaß schnell vorbei. Die Folge ist - wie die österreichische Zeitung Der Standard auf ihrer Website schreibt: „Das Problem ist nicht das Hasenvideo an sich, es ist ein harmloser Spaß. Das Problem ist, dass wir generell nicht mehr sicher sein können, was echt ist und was nicht.“ 


Das Internet schläft nicht - ständig gibt es neue Trends, neue Plattformen, neue Apps und täglich Veränderungen. Mit uns behaltet ihr den Überblick - denn wir präsentieren Ihnen hier jede Woche was es Neues gibt in der digitalen Welt.

Alle Netzklick-Themen im Überblick